Schulhofgestaltung Grundschule

Naturnahe Schulhofgestaltung

Der Schulpausenhof sollte mehr sein als eine unstrukturierte Fläche ohne Grün. Ein methodischer Nutzungswechsel vom Schulpausenhof zum Schulhof, besser zum naturnahen Schulhof entspricht heute und fachübergreifend unbestritten den Zielvorgaben einer innovativen Schulhofgestaltung. Naturnah geplante und umgesetzte Schulhöfe wirken auf die jungen Menschen sinnlich anregend. Zudem regen naturnahe Schulhöfe die intrinsisch motivierte Bewegung an. Durch die in der Planung vorgesehene Strukturierung der naturnahen Schulhöfe erfahren die Schulkinder solche Schulhöfe als Entdeckerraum. Dabei wird in hohem Maße die Neugierde und der Forscherdrang angesprochen. Nachhaltige Lust am Lernen (wollen) bildet sich so im naturnahen Schulhof aus und fördert in hohem Maße die Basiskompetenzen der Grundschulkinder.

Das Team der FFS ist fachübergreifend angelegt. Wir forschen in Kooperation mit den Universitäten Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät und der Universität Geisenheim unter anderem auch zu dem Thema Schulhofgestaltung und Schulhofsanierung und sind ständig dabei diese Erkenntnisse fortzuschreiben um zu begründen, welche großen Chancen in naturnah gestalteten Grundschulhöfen verborgen liegen. Dabei begleiten oder beraten wir pädagogische Konzepte sowie Master- und Bachelor Arbeiten. Letztmalig die Arbeit von Miriam Sarah Leistenschneider von der Hochschule Geisenheim, Studiengang Landschaftsarchitektur (Welt-Raum-Forscher).

Der Schulhof als Forscherhof

In die Grundschule kommen die Kinder, die in der Regel zuvor im Kindergarten waren und dort sehr oft einen gestalteten und abwechslungsreichen Spielraum vorgefunden hatten. Oftmals sogar einen Garten, der naturnah angelegt war. Der Wechsel ab dem sechsten Lebensjahr in die Grundschule wird nahezu immer euphorisch von den Kindern erlebt. Sie sind nun stolz, zu den “Großen” zu gehören und haben dabei eine nahezu ungebrochene Lust lernen zu wollen. Darauf hat sich inzwischen die pädagogische Arbeit des Lehrpersonals eingestellt. Weniger jedoch der Schulhof, der einen Bruch gegenüber den bisherigen Erfahrungen darstellt. Nahezu alle Grundschulpausenhöfe in Deutschland sind nicht nur trist, technisch orientiert ausgebaut und bieten aufgrund mangelnder Zonierungen kaum Ausweichmöglichkeiten gegenüber anderen Mitschülern. Dabei wäre es so wichtig mehr über Schulhöfe nachzudenken. Sind es doch bedeutsame Orte, wo das Lernen und die Lust sich im Freien zu bewegen Vorrang haben sollte. Fachübergreifende wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass das Lernen von jungen Menschen im Lebensabschnitt von 6 bis 10 Jahren noch sehr beschleunigt stattfindet und sich in dieser Zeit Basiskompetenzen entwickeln, welche zu keiner späteren Zeit so nachhaltig und intensiv aufgebaut werden. Eine Erkenntnis, die man nicht länger ignorieren sollte, da es hier ganz konkret um unsere Zukunftsgeneration geht. Daher eine wichtige Empfehlung an Schulen, sich künftig intensiver mit dem Schulhof als Ort des Lernens zu beschäftigen.

Ziel der Freiraumplanung auf Schulhöfen

Wir als Team der FFS sehen Schulhofgestaltung als bedeutsame Aufgabe, welche in die Zukunft zeigt. Das gilt besonders für den naturnahen Ansatz bei der Schulhofgestaltung. Dabei macht es durchaus Sinn, Schulhofgestaltung als Masterplan vorzusehen, damit man die Umsetzung des Schulhofes in Stufen und nach Prioritäten durchführen kann. So wird Schulhofgestaltung und Schulhofsanierung auch aus wirtschaftlicher Sicht grundsätzlich realistisch und möglich. Am Ende einer solchen Schulhofgestaltung steht ein Freiraum, der sich fachübergreifend zum lustvollen Forschen, Entdecken (…), Lernen eignet.

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Aus diesem Grunde bearbeitet die Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung (FFS) wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Themen Lernförderung sowie Förderung einer ganzheitlich betrachteten kindlichen Entwicklung. Komplexe Fragestellungen aus den Erziehungswissenschaften, der Neurobiologie und Kindersoziologie, aber auch den praktischen Erkenntnissen aus der Landschaftsarchitektur werden dabei in Einklang gebracht. Stets sind wir dabei bemüht, diese Schulhofkonzepte nicht isoliert am „Grünen Tisch“, sondern im Rahmen von aktiven Beteiligungsmodellen vor Ort mit dem pädagogischen Personal, den Eltern, dem Träger und den Schülerinnen und Schülern zu erarbeiten. Als Methode wählen wir das in Fachkreisen anerkannte und kostengünstige Bürgerbeteiligungsmodell Planerrunde vor Ort (PL). Hierzu lehren wir ebenfalls an den vorbenannten beiden Universitäten und machen deutlich, wie sich fachübergreifendes Planen positiv in den Ergebnissen von Planungen auswirkt.

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Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung (FFS)
Birkenweg 1
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