Schulhofgestaltung

„Weiter muss bei der Schule außen nicht nur ein Lauf- und Spielplatz liegen (…), sondern auch ein Garten, in dem man Kinder zur Augenlust an Bäumen, Blumen und Kräutern führt.“

– Aus: Didacta Magna (1638), übersetzt u. hrsg. W. Vorbrodt (1906): Johann Amos Comenius (1592 – 1670) –

Immer mehr Schulen entdecken inzwischen den Schulhof als pädagogischen Raum neu. Das war in der neueren Vergangenheit nicht so. Man sah im Schulpausenhof eine Freifläche, die für kurze Zeit in den Pausen der Bewegung dienen sollte. Vor allem war die Gestaltung, sofern man überhaupt davon reden kann, so angelegt, dass der Schulhof pflegeleicht war. Das obwohl die Unfallkassen längst erkannt und formuliert haben, dass sich Unfälle deutlich durch naturnah gestaltete und in Aufenthaltszonen eingeteilte Schulhöfe deutlich reduzieren lassen. Das gilt auch für den Rückgang von Gewalt auf Schulhöfen, sofern diese mehr anbieten als eine triste, unstrukturierte Asphalt-, Beton- oder Verbundsteinpflasterfläche in der man das Grün an den Rand gedrängt oder insgesamt ausgesperrt hat.

Durch zunehmende Gewalt auf deutschen Schulhöfen, damit verbunden ansteigende Unfallhäufigkeiten, begannen sich Schulen, neben der Lehre auch verstärkter wie bisher den erzieherischen Aufgaben zu widmen bzw. widmen zu müssen. Betrachtungsgegenstand wurde nun auch der Schulhof als bedeutsamer pädagogischer Raum. Ziel ist, sofern man diesen Freiraum als solchen auch erkennt, den Schul(pausen)hof aus entwicklungspsychologischer und erziehungswissenschaftlicher Sicht zu einer kinder- und jugendfreundlichen Lebenswelt umgestalten zu wollen. Das nach fachübergreifenden Erkenntnissen unter Einbindung der gesamten Schulgemeinschaft sowie unter Berücksichtigung der Vorgaben nach § 79, Abs. 2 SGB VIII.. Konkret sollen dabei auf dem Schulhof vielfältige sinnliche Anregungen, Bewegungsanreize, Kommunikations- und Rückzugsräume, aber auch ganz praktische Lernangebote im Freien entstehen. Das für alle in der Schule angebotenen Lernfächer und deren festgelegte Inhalte der Lehrplaneinheiten. Demnach soll Schule, gleich welcher Schulart, neu über den Schulhof durch ergänzte Lernangebote belebt werden.

Was bietet zeitgemäße Schulhofgestaltung
Tabellarische Sammlung

Der Schulhof als Entdecker-, Lern- und Forscher Raum
Der Schulhof als „Dritter Erzieher“
Individuelle Lernförderung durch Schulhofgestaltung
Der naturnahe Schulhof als übergreifendes Lernkonzept
Soziales und kognitives Lernen auf dem Schulhof
Der naturnahe Schulhof – Eine Reise in die Zukunft
Der naturnahe Schulhof als Reformprojekt im Bildungswesen
Schulhofumgestaltung als wirksame Bildungsinvestition
Naturnah gestaltete Schulhöfe und deren positiv wirkende Bildungsinfrastruktur
Inklusive Bildung und Schulhofumgestaltung als Chance
Inklusion statt Exklusion durch schülergerechte Schulhofumgestaltung
Inklusion statt Exklusion in der Schulhofgestaltung
Handlungsbedarf Schulhofgestaltung
Schulhofumgestaltung: Hohe Förderperspektiven, geringer Mitteleinsatz
Differenziert betrachtete Ausstattungsstandard naturnah gestalteter Schulhöfe

Das Team der FFS hat hier in den letzten 10 Jahren Richtung weisende Impulse gesetzt. Alleine in der Zeit von 2014 bis 2019 plante das Team der Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung (FFS) bundesweit an 64 Schulen Schulpausenhöfe zu naturnah gestalteten Schulhöfen um. Das jeweils mit dem Ziel, das Lernen auch ganz praktisch im Freien durch Angebote von „Grünen Klassenzimmern“, Bewegungslandschaften, Zonierungen, bis hin zu künstlerisch gestalteten Schulchroniken zu unterstützen. Neu und in der Evaluierungsphase ist das Konzept „Der Schulhof als Forscherhof“. An vier Gymnasien, fünf Gesamtschulen und sechs Grundschulen in Hessen sind wir dabei, dem Schulhof künftig noch eine erweiterte Bedeutung im Rahmen der Lernförderung zu übertragen. Erste Rückmeldungen zeigen deutlich die Tendenz, dass der Schulhof zu einem bedeutsamen Ort des Lernen und Wohlfühlens avisiert und dabei die pädagogische Arbeit erleichtert. Da Schulhofgestaltung inhaltlich nicht für alle Schularten gleich gesehen werden kann, bieten wir hierzu die Möglichkeit an, sich detaillierter bei unserer Internetseite über unsere Sichtweise informieren zu können.

Adresse

Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung (FFS)
Birkenweg 1
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